Bauen im Bestand

Allgemeines ...

Die Arbeit mit vorhandener Bausubstanz, insbesondere auch im Hinblick auf die Verringerung des Energiebedarfs, ist eine zunehmend gefragte Architektenleistung. Dabei sind die Anforderungen sehr vielschichtig. Es gilt, die erhaltenswerte Substanz richtig einzuschätzen und geeignete Maßnahmen zur konstruktiven Erhaltung und energetischen Optimierung zu finden, natürlich immer mit dem entsprechenden ästhetischen Anspruch: sei es die feinfühlige Konservierung im Denkmalschutzbereich oder der Wunsch nach neuen gestalterischen Impulsen bei Fassadensanierungen. Weiterhin bedarf es einer besonders intensiven Kostenrecherche, um die hohen Risiken eines Projektes mit teilweise unbekannter Bausubstanz jederzeit transparent zu kontrollieren.

Ein zusätzlicher Faktor ist die häufig während der Bauphase weiterlaufende Nutzung des Objektes. Die hierfür notwendige exakte logistische Planung, die Koordination umfassender Sicherheitsmaßnahmen sowie die Gewährleistung der besonderen Sorgfalt in der Ausführung erfordern höchsten Einsatz des Teams.

 

 

Badehaus Burscheid

Nach der ursprünglichen Nutzung als Badehaus und den folgenden Umnutzungen zum Asylantenheim und Lager ist auf Initiative des Burscheider Kulturvereins die Unterschutzstellung des Gebäudes erfolgt, ebenso der Ausbau für kulturelle Zwecke. Das Budget war sehr knapp, sodass alle Maßnahmen unter diesem Gesichtspunkt kritisch abgewogen werden mussten. Eine Herausforderung bei der Organisation war die Einbeziehung von Eigenleistungen durch ein gemeinnütziges Programm zur Integration arbeitsloser Jugendlicher.

Bahnhof Pattscheid

Das Fachwerkgebäude des ehemaligen Pattscheider Bahnhofs haben wir in das "Tagungs- und Gästehaus" der Firma Illbruck umgewandelt. Die sehr hohen Anforderungen seitens des Denkmalschutzamtes wurden bei der Sanierung ebenso umgesetzt wie der Anspruch des Bauherrn auf die Integration modernster technischer Ausrüstung in der Ausstattung. Es ist dank äußerst intensiver Planung aller Details bis hin zur Lage der Schrauben bei den Einbauschränken eine gelungene Symbiose aus Alt und Neu entstanden.

Einfamilienhaus in Leverkusen

Nach dem Generationswechsel der Nutzer des 60er-Jahre Bungalows stand eine Komplettsanierung des Gebäudes an. Die Dämmung aller Hüllflächen inkl. Kellerdecke und Erneuerung der Fenster ermöglichte den Standard "KFW-Effizienzhaus 100". Von der Grundkonzeption des Hauses und auch den Fensterproportionen überzeugt, wünschte sich der Bauherr jedoch für die Fassadengestalt eine stilistische Erneuerung. Durch die Reduktion der Materialien auch in Attika- und Vordachbereichen auf das Wärmedämmverbundsystem konnte der Kubus des Gebäudes klar herausgearbeitet werden.

Eltzhof

In zwei Bauabschnitten ist der unter Denkmalschutz stehende ehemalige Gutshof des Schlosses Wahn in eine Kultur- und Begegnungsstätte umgebaut worden, die u. a. einen großen Veranstaltungssaal, eine gehobene Gastronomie und ein Brauhaus beinhaltet. Auch bei diesem Projekt spielte die Materialauswahl eine wesentliche Rolle. Neben der sorgfältigen Bearbeitung der vorhandenen Substanz kamen sehr hochwertige, eindeutige Materialien zum Einsatz, die im Zusammenspiel mit dem alten Ziegelmauerwerk ein besonderes Ambiente erzeugen.