Die Burscheider Bäume sind in den vergangenen 2 Jahren seit ihrer Fertigstellung zum festen
Bestandteil des Burscheider Stadtbildes geworden:
Burscheid ist eine Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern am Rande des Bergischen Landes. Der
Blick über den Markt auf die Kirche und die denkmalgeschützten Häuser im Zentrum der Altstadt ist eines der Highlights im Burscheider Stadtbild. Als Mitte des Jahres 2004 die Stadt Burscheid beschloss, eine Idee aus dem Stadtmarketingprozess zur Attraktivierung der Innenstadt - die Teilüberdachung des Marktplatzes- umzusetzen, wurde schnell deutlich, dass es hier nicht nur um Witterungsschutz, sondern um die Bereicherung des Stadtbildes und ein Stück weit um das "Image" der Stadt ging - einer dem Modernen gegenüber aufgeschlossenen aber auch seiner Tradition verpflichteten bergischen Stadt.
Die Komplexität der Aufgabenstellung zeigte sich auch bei der Präsentation von üblichen Fertiglösungen im zuständigen Fachausschuss der Stadt, die aufgrund des sensiblen Umfeldes und der Öffentlichkeitswirksamkeit des Projektes auf heftige Kritik stießen. Daraufhin wurde in zahlreichen Visualisierungen das nun realisierte Konzept entwickelt.
Die drei vorhandenen Bäume dienten als Ideengeber und wurden durch eine leichte und filigrane Struktur im Sinne von modernem Stadtmobiliar ergänzt. Diese setzt sich aus der spielerischen Reihung eines Grundelementes zusammen, das aus einer baumartig verzweigten Stahlkonstruktion mit transparenter „blattartiger" Abdeckung besteht. In Zusammenhang mit den vorhandenen Bäumen entstand so ein kleiner „Hain" am Rande des Marktplatzes, der mitten im Zentrum einen neuen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität bildet.
Ausgehend von der Idee des „Blätter"-Daches war der konstruktive und gestalterische Kerngedanke bezüglich der Abdeckung die gute Formbarkeit von MAKROLON® - Platten mit den statisch günstigen Eigenschaften einer gebogenen Scheibe im Sinne einer „Blattkonstruktion" zu verbinden. Die konsequente Umsetzung dieses Ansatzes führte einerseits zu der gewünschten innenliegenden Entwässerung und in Kombination mit dem „blattartigen" ovalen Grundriss zu einer transparenten und filigranen Dachkonstruktion, die in der Ansicht eine beschwingte, fast schwebende Silhouette zeigt und aus den unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neue Eindrücke gewährt. Insgesamt bringt die eher unaufdringliche Blatt-Baum-Struktur neben dem Witterungsschutz und den vielfältigen Sinneseindrücke u.a. durch Licht- und Schattenspiele und eine Beleuchtung am Abend, insbesondere eine zurückhaltende fast spielerischere Modernität in das traditionell bestimmte Umfeld.
Im Rahmen der Umsetzung des Projektes wurde aber auch klar, dass es sich bei dem „Burscheider Baum" um ein Grundelement handelt, das vielfältig einsetzbar ist und dessen gestalterisches Potenzial z.B. durch andere Reihungen und Formen und / oder farbige, bedruckte, mit Solarmodulen bestückte MAKROLON ® – Elemente und /oder die Verwendung von COR-TEN-STAHL etc. nicht zu unterschätzen ist.
C. v. Dryander