Wettbewerbe

Allgemeines ...

Wettbewerbe waren für Pässler Sundermann und Partner in keiner Phase Grundlage der Auftragsbeschaffung, aber über alle Jahre hinweg doch konstant eine wichtige Messlatte für die eigene planerische Qualität und die Weiterentwicklung in Entwurf und Präsentation.
Vor allem bei städtebaulichen Wettbewerben wurden in diesem Zuge auch überregional beachtliche Erfolge erzielt. Bei hochbaulichen Wettbewerben konnten wir uns in regional beschränkten Wettbewerben durchsetzen.

 

 

 

Hyazinthenweg - Köln Dellbrück

Die umfangreiche Nachverdichtung und Arrondierung der Hei-desiedlung mit ihrem ursprünglich von Reihung und Standardisierung geprägten Baustil ist städtebaulich nur vertretbar, wenn die Gesamtanlage eine großzügige und identitätsstiftende Mitte erhält. Dies birgt auch die Chance, die Siedlung als Ganzes fortzuschreiben und ablesbar zu machen. In diesem Sinne ergänzt der Entwurf in den Baufeldern 2 und 3 die vorhandene Reihen- und Doppelhausbebauung, schafft aber im Baufeld 1 eine neue, parkartige, räumliche Mitte. Diese umfasst den Spielplatz, die neue Kindertagesstätte und einen Platz und wird von viergeschossigem Wohnungsbau in Form von Stadtvillen (Zweispänner) und Geschosswohnungsbau für Mehrgenerationenwohnen räumlich betont und begrenzt.

Jugendzentrum Burscheid

Städtebau:

Die wesentliche Voraussetzung für die  Aufwertung der Montanusstraße und  der  angrenzenden Flächen  besteht  darin,  den  alten von Industrie  und  Funktionalität   geprägten  Charakter der Straße zurückzudrängen und ein starkes, modernes Zeichen im Straßenraum zu setzen,  das  auf das gesamte Umfeld ausstrahlt. Dazu gilt es die Achse zwischen Zentrum - Bahnhof - Industrieareal ( Federal Mogul ) zu brechen und  dem  Zentrum  einen attraktiven, neuen Pol gegenüber zu stellen.

Der Entwurf schlägt daher vor, einen der Bauaufgabe angemessenen, architektonisch anspruchsvollen Baukörper  -  einen  zweigeschossigen Rundbau  - so  weit wie möglich in die Blickachse  der Montanusstraße zu rücken. Die  Blickbeziehung zwischen Stadt und Industriebereich weitgehend abzu-schneiden und ein neues markantes Merkzeichen ins Blickfeld der Stadt zu rücken.

Hochbau:

Gestalterisch strahlt der Bau Innovation, Dynamik und Zukunftsorientierung aus - für ein Jugendzentrum adäquate Eigenschaften. Die auffällige Rundform schafft gleichzeitig einen äußerst kompakten Baukörper. Dieser  ist  notwendige  Bedingung für eine funktionale, energetische aber auch kostentechnische Optimierung.
So können die unterschiedlichen funktionalen  Anforderungen und Beziehungen problemlos bewältigt  werden bei gleichzeitig kurzen Wegen. Dies spielt insbesondere für den Betrieb der Gaststätte eine wesentliche Rolle, die durch die enge Anbindung an den Saal mit dazwischengeschaltetem Küchenbereich in der Vermietung und Versorgung des Saales eine wirtschaftliche Grundlage erhält.  
Die  geringen Fassaden- und Verkehrsflächen  garantieren eine  energetische und  kostentechnische Optimierung.
Bezüglich der Gestaltung sollen insbesondere im Bereich der Oberfläche weitgehend ökologisch nachhaltige Materialien wie z.B. Holz eingesetzt werden ( Fassade, Fußboden  etc.), um eine von Natürlichkeit und nicht von Künstlichkeit und Kälte geprägte Atmosphäre trotz hoher Modernität zu erzeugen.   
Die mögliche Saalerweiterung Richtung Osten legt sich wie eine weitere „Zwiebelschale“ um den bestehenden Saal und lässt sich auf diese Weise gestalterisch aber auch konstruktiv problemlos realisieren. Auf die Integration der Parteien in den Baukomplex wurde bewusst verzichtet, da

hier einerseits Nutzungskonflikte gesehen werden als auch andererseits eine eigenständige und auf die Öffentlichkeit ausgerichtete Gestaltung angebrachter erscheint.

Freiflächen:

Die gewählte Anordnung des Gebäudes stellt gleichzeitig sicher, dass unmittelbar an dem Gebäude die Bushaltestelle als auch ausreichender Parkraum vorhanden ist, sodass eine optimale Erreichbarkeit des Gebäudekomplexes neben der Fußläufigkeit gegeben ist.
 
Zum Zentrum hin auf der Westseite ist ausreichender Raum für außengastronomische Nutzungen in der Nachmittagssonne.
 
Konstruktion:
Vorgesehen ist die tragenden Teile (Außenwände und tragende Innenwände) auf das statisch notwendige  zu reduzieren und die übrigen Ausbauten mit Trockenbausystemen auszuführen. Dies garantiert einerseits eine hohe Raumflexibilität bzgl. zukünftiger Änderungen und geänderter Anforderungen als auch die Möglichkeit speziell abgestimmt auf die unterschiedlichen Raumanforderungen (hochschalldämmend, feuchtigkeitsresistent, bogenförmig etc.) mit unterschiedlichen Systemwänden zu antworten.  Während die Decke über Erdgeschoss als Betondecke geplant ist, besteht die tragende Konstruktion des Daches aus einer Holzbinderkonstruktion mit KVH-Koppelpfetten und Bau-Furniersperrholz als sichtbarer Deckenabschluss.
Energie / Ökologie:
Durch die hohe Kompaktheit und die Ausführung von hochwärmedämmenden Wand-,  Dach- und Bo-denflächen, eine Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung mit wärmedämmenden Fensterrahmen, eine Minimierung von Wärmebrücken, ein hohe Luftdichtigkeit des Gebäudes und nicht zuletzt den Einbau einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft wird sicher gestellt, dass für die Beheizung nur ein äußerst niedriger Primärenergiebedarf benötigt wird. Die Beheizung erfolgt wirt-schaftlich über Gas-Brennwert-Heizkessel als Kaskadensystem.
Zusätzlich kann auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden.  
Über den Einsatz von ökologisch nachhaltigen Materialien und Nutzung von Regenwasser für Toiletten-spülung können weitere ökologische aber auch kostensparende Maßnahmen zur Anwendung kommen.
Kosten:
Bei Gegenüberstellung der ermittelten Kosten und Gebäudedaten ergeben sich sehr günstige Gebäudekennwerte, die zeigen, dass das geplante Gebäude auch sehr wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Wohnen am Eltzhof

Wohnen am Eltzhof – Leben im Schlosspark

Schloss Wahn mit seinen repräsentativen baulichen Anlagen und seinen großzügigen Grünflächen bildet die herausragende Qualität des Standortes.
Der Entwurf greift diese Qualität auf, um sie zu erhalten und im Rahmen eines ganzheitlichen und behutsamen Siedlungskonzeptes zu steigern. In diesem Sinne wird das Plangebiet als erweiterter, naturnah gestalteter Schlosspark interpretiert und die neue Bebauung in diesen attraktiven, weitläufigen Grünraum eingebettet.

Dies bedeutet, dass die neue Bebauung im „Innenbereich“ sich den vorhandenen und neuen Gehölzstrukturen unterordnet und durchgehend zweigeschossig bleibt. Fast spielerisch fächert sie sich auf, verflechtet sich mit der Landschaft und schafft vielfältig nutzbare und bespielbare, hausnahe Freiräume in den Zwischenbereichen, Spielstraßen auf der einen Seite und Grünräume mit Versickerungsmulden und kleinen Spielbereichen auf der anderen Seite. Zusätzlich weist sie bewusst eine geringe Bebauungstiefe auf, um auch der den „Innenbereich“ wie ein Band begrenzenden dreigeschossigen Bebauung die größtmögliche Teilhabe am zentralen Grünraum zu ermöglichen.

Das geschwungene Band der begrenzenden Bebauung, welches in der Form ebenfalls mehr den landschaftlichen Formen des Grünraumes als der formalen Logik des Straßen- und Schienenverkehrs folgt, stellt sich archtektonisch als von Nord nach Süd durchgehender, die Bebauung verbindender, aufgeständerter Baukörper (Klinker) dar. Darunter entwickeln sich in unterschiedlichster Form die Eingänge, Aufgänge, Vorzo-nen etc. der Reihenhaus-, Wohn- und Mischbebauung  (Glas, Holzlamellen, rote Putzflächen). Das Dach des Bandes ist als Pultdach zum Grünraum hin geneigt, um die Verschattung im „Innenbereich“ möglichst gering zu halten. Die Parkplätze für die begrenzende Bebauung befinden sich grundsätzlich in einem abgesenkten Bereich unter der leicht angehobenen Eingangszone bzw, in Tiefgaragen, sodass der erdgeschossige Vorbereich der Bebauung grundsätzlich autofrei und damit attraktiver und sicherer Spielraum ist. Die Reihenhausbebauung verzichtet bewusst auf jeglichen Laubengang. Jede Einheit hat ihre eigene Haustür im EG oder maximal im 1.OG mit einer außenliegenden Zugangstreppe.
Die im „Innenbereich“ befindliche Bebauung bewegt sich ebenfalls in dem oben genannten Farb- und Materialkanon. Alle Bauten sind mit einem flach nach Süden geneigten Dach aus Fotovoltaikelementen ausgestattet,  welches einerseits den Ausblick der Randbebauung möglichst wenig einschränkt, den umbauten Raum der Gebäude nur geringfügig aufweitet und die passiven und aktiven solaren Gewinne optimiert.

Auch beim Energiekonzept bietet sich die Chance die besonderen Vorteile des Standor-tes, hier insbesondere die Nähe zum ländlichen Raum jenseits der Bahntrasse, zu nut-zen.
Die geplanten 200 Wohneinheiten sowie ggf. weitere Objekte im näheren Umfeld (Schloss, Eltzhof, etc.) könnten über ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt werden. Das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biogas könnte in einer Bio-gas-Anlage jenseits der Bahntrasse erzeugt werden und nach einer Gastrockung und Verdichtung über eine Biogasleitung zur Heizzentrale für das geplante Wohngebiet transportiert werden. Die Heizzentrale könnte beispielsweise im Bereich der Fläche „WA 3“ errichtet werden, um die vorgenannten potenziellen Wärmeabnehmer über ein Nahwärmenetz auf kurzem Wege zu versorgen. Zur besseren Auslastung der Biogasanlage und des Blockheizkraftwerkes auch in den Sommermonaten könnte damit gleichzeitig die Warmwasserbereitung erfolgen. Die Dachflächen der Gebäude stünden damit ausschließlich einer Fotovoltaiknutzung zur Verfügung.

Die Realisierung des oben genannten Energieversorgungskonzeptes setzt voraus, dass
neben der konsequenten Südorientierung mit großen Fensterflächen und der hohen Kompaktheit ein äußerst niedriger Primärenergiebedarf benötigt wird. Dies beinhaltet neben der Ausführung von hochwärmedämmenden Wand-,  Dach- und Bodenflächen, eine Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung mit hoch wärmedämmenden Fensterrah-men, eine Minimierung von Wärmebrücken, ein hohe Luftdichtigkeit des Gebäudes und nicht zuletzt den Einbau einer kontrollierten Lüftung mit mehr als 80 % Wärmerückgewinnung aus der Abluft.
   
Insgesamt besteht so die Chance ausgehend von den besonderen Qualitäten des Standortes ein zukunftsweisendes, ganzheitliches und zugleich attraktives Sied-lungskonzept zu realisieren, dass hohe städtebauliche, architektonische und nicht zuletzt ökologische Qualitäten mit einem innovatives Energiekonzept verbindet.