Jugendzentrum Burscheid

Städtebau:

Die wesentliche Voraussetzung für die  Aufwertung der Montanusstraße und  der  angrenzenden Flächen  besteht  darin,  den  alten von Industrie  und  Funktionalität   geprägten  Charakter der Straße zurückzudrängen und ein starkes, modernes Zeichen im Straßenraum zu setzen,  das  auf das gesamte Umfeld ausstrahlt. Dazu gilt es die Achse zwischen Zentrum - Bahnhof - Industrieareal ( Federal Mogul ) zu brechen und  dem  Zentrum  einen attraktiven, neuen Pol gegenüber zu stellen.

Der Entwurf schlägt daher vor, einen der Bauaufgabe angemessenen, architektonisch anspruchsvollen Baukörper  -  einen  zweigeschossigen Rundbau  - so  weit wie möglich in die Blickachse  der Montanusstraße zu rücken. Die  Blickbeziehung zwischen Stadt und Industriebereich weitgehend abzu-schneiden und ein neues markantes Merkzeichen ins Blickfeld der Stadt zu rücken.

Hochbau:

Gestalterisch strahlt der Bau Innovation, Dynamik und Zukunftsorientierung aus - für ein Jugendzentrum adäquate Eigenschaften. Die auffällige Rundform schafft gleichzeitig einen äußerst kompakten Baukörper. Dieser  ist  notwendige  Bedingung für eine funktionale, energetische aber auch kostentechnische Optimierung.
So können die unterschiedlichen funktionalen  Anforderungen und Beziehungen problemlos bewältigt  werden bei gleichzeitig kurzen Wegen. Dies spielt insbesondere für den Betrieb der Gaststätte eine wesentliche Rolle, die durch die enge Anbindung an den Saal mit dazwischengeschaltetem Küchenbereich in der Vermietung und Versorgung des Saales eine wirtschaftliche Grundlage erhält.  
Die  geringen Fassaden- und Verkehrsflächen  garantieren eine  energetische und  kostentechnische Optimierung.
Bezüglich der Gestaltung sollen insbesondere im Bereich der Oberfläche weitgehend ökologisch nachhaltige Materialien wie z.B. Holz eingesetzt werden ( Fassade, Fußboden  etc.), um eine von Natürlichkeit und nicht von Künstlichkeit und Kälte geprägte Atmosphäre trotz hoher Modernität zu erzeugen.   
Die mögliche Saalerweiterung Richtung Osten legt sich wie eine weitere „Zwiebelschale“ um den bestehenden Saal und lässt sich auf diese Weise gestalterisch aber auch konstruktiv problemlos realisieren. Auf die Integration der Parteien in den Baukomplex wurde bewusst verzichtet, da

hier einerseits Nutzungskonflikte gesehen werden als auch andererseits eine eigenständige und auf die Öffentlichkeit ausgerichtete Gestaltung angebrachter erscheint.

Freiflächen:

Die gewählte Anordnung des Gebäudes stellt gleichzeitig sicher, dass unmittelbar an dem Gebäude die Bushaltestelle als auch ausreichender Parkraum vorhanden ist, sodass eine optimale Erreichbarkeit des Gebäudekomplexes neben der Fußläufigkeit gegeben ist.
 
Zum Zentrum hin auf der Westseite ist ausreichender Raum für außengastronomische Nutzungen in der Nachmittagssonne.
 
Konstruktion:
Vorgesehen ist die tragenden Teile (Außenwände und tragende Innenwände) auf das statisch notwendige  zu reduzieren und die übrigen Ausbauten mit Trockenbausystemen auszuführen. Dies garantiert einerseits eine hohe Raumflexibilität bzgl. zukünftiger Änderungen und geänderter Anforderungen als auch die Möglichkeit speziell abgestimmt auf die unterschiedlichen Raumanforderungen (hochschalldämmend, feuchtigkeitsresistent, bogenförmig etc.) mit unterschiedlichen Systemwänden zu antworten.  Während die Decke über Erdgeschoss als Betondecke geplant ist, besteht die tragende Konstruktion des Daches aus einer Holzbinderkonstruktion mit KVH-Koppelpfetten und Bau-Furniersperrholz als sichtbarer Deckenabschluss.
Energie / Ökologie:
Durch die hohe Kompaktheit und die Ausführung von hochwärmedämmenden Wand-,  Dach- und Bo-denflächen, eine Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung mit wärmedämmenden Fensterrahmen, eine Minimierung von Wärmebrücken, ein hohe Luftdichtigkeit des Gebäudes und nicht zuletzt den Einbau einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft wird sicher gestellt, dass für die Beheizung nur ein äußerst niedriger Primärenergiebedarf benötigt wird. Die Beheizung erfolgt wirt-schaftlich über Gas-Brennwert-Heizkessel als Kaskadensystem.
Zusätzlich kann auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden.  
Über den Einsatz von ökologisch nachhaltigen Materialien und Nutzung von Regenwasser für Toiletten-spülung können weitere ökologische aber auch kostensparende Maßnahmen zur Anwendung kommen.
Kosten:
Bei Gegenüberstellung der ermittelten Kosten und Gebäudedaten ergeben sich sehr günstige Gebäudekennwerte, die zeigen, dass das geplante Gebäude auch sehr wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Spezifikationen

  • Standort: Burscheid
  • Auslober: Stadt Burscheid